Valentinstag

 

 

Dieser Tag liegt mir besonders nahe – ich bin am 14. Februar geboren, in einen Blumenregen hinein. Nein, das kam erst später. So alt ist der Brauch ja nicht. Aber er hat viel für sich, auch wenn man dabei nicht an den Märtyrer denkt, den Bischof von Terni bei Rom. Valentin soll zum Beispiel römische Soldaten heimlich getraut haben, denen Ehelosigkeit auferlegt war... woran denkt man da? Und er beschenkte die Liebenden mit Blumen  aus seinem Garten.  Das brachte ihn vor den Richter, doch der wurde Christ, als Valentin seine blinde Tochter heilte. Mit  seinem ganzen Haus, angeblich vierzig Personen, empfing er die Taufe. Kaiser Claudius tobte. Er ließ die ganze Gesellschaft  in den Kerker werfen, der greise Bischof wurde gefoltert und enthauptet. Und das kam letzten Endes davon, daß er den Zölibat der Soldaten als Schikane erachtet hatte.

 

 

   

 

 

 

Rote Rosen

                                                                         

Tag der Blumen

 

Stockstarrer Winter. Spärlich sind die Krumen

für arme Spatzen. Dennoch blühen Blumen –

im freien Felde freilich nicht, o nein,

die Erde friert so steinern wie Bitumen.

Und trotzdem finden sich die Rosen ein

bei lieben Mädchen oder alten Muhmen.

Floristen strahlen. Ja, so soll es sein.

Der Umsatz hat beachtliches Volumen.

Uns aber scheinen alle Spesen klein,

wenn unsre rosigsten Gefühle boomen.

 

 

 

 

 

 

 


Kuss im Schatten des Straußes
O.K.

   

Valentinsgruß

 

Wo sollen jetzt die roten Rosen blühen,

wenn Sturmwind weht und Schnee die Gärten deckt?

Da muß Sankt Valentin sich sehr bemühen,

denn heute sollen rote Rosen blühen!

 

Doch sieh, da ist ein Platz voll Frühlingsglühen –

vor deinem Bild, im Herzen tief versteckt!

Da seh ich tausend rote Rosen blühen

für dich - auch wenn noch Schnee die Gärten deckt.

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Woher nehmen ...

 

Sankt Valentin – da heißt es Blümchen rupfen,

die überreiche ich dann samt Gedicht.

Zwar ist es Winter und ich habe Schnupfen...

Wo sollte ich jetzt frische Blümchen rupfen?

 

Und eine Blüte brauche ich zum Zupfen:

„Sie liebt mich – oder nein, sie liebt mich nicht?“

Ach was. Jetzt kann ich keine Blümchen rupfen.

Ich male sie ganz einfach aufs Gedicht.

                         

 

                    

 

 

Blumenbote Valentinstag
Kolorierte Radierung von Oswald Köberl

 

 

                 

 

Valentinsgabe

 

Rosen, noch vom letzten Jahr,

wirken dürr, das ist schon klar.

Besser schenkt man drum statt Rosen

etwas, das sich hält in Dosen.

Auch statt schimmliger Pralinen 

sind empfehlenswert Sardinen.

Nur kann's sein, daß solche Sachen

gar nicht immer Freude machen.

Rote Rosen

  

 

Valentinstag

 

Blumen, Blumen ohne Zahl

bringt mein treuer High-Speed-Bote.

Kahl gerupft das Beet – egal,

dieses Mal gilt keine Zahl.

 

Unverwelkbar, digital,

blühen, glühen herzblutrote

Blumen, Blumen ohne Zahl –

treulich bringt sie dir mein Bote.

   

 

  

 

Geschenk des Himmels

 

Mir geht der Valentin nicht aus dem Kopf.

Ich hab kein Geld und will dir Blumen schenken.

Was soll ich tun? Da fällt ein Blumentopf

von einem Fenstersims auf meinen Kopf.

 

Die Beule schwillt. Ich bin ein armer Tropf.

Und doch – ich brauch nun nicht mehr nachzudenken.

Was schadet da der Brumm in meinem Kopf.

Als Hans im Glück kann ich dir Blumen schenken.

 

Lilien für Valentin